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Globalisierung
Unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich" fordert die aks eine Ende des derzeitig vorherrschenden Neoliberalismus und seinen Auswirkungen auf die Globalisierung. Denn global acting kann und muss mehr als Ausbeutung und ungerechten Fair-play sein...
Definition
Unter Globalisierung versteht mensch den Vorgang einer globalen Vernetzung auf kultureller, informativer und wirtschaftlicher Ebene. Die OECD definiert Globalisierung als einen Prozess, durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr von einander abhängig werden als Folge der Dynamik des Handelns mit Gütern und Dienstleistungen durch die Bewegung von Kapital und Technologie.
Globalisierung

In der aktiven Alltagswahrnehmung ist die Globalisierung vor allem ein wirtschaftliches Phänomen. Die Wirtschaftsblätter sind voll von Meldungen, die von Übernahmen, Konkursen und Budgets von transnationalen Firmen berichten. Die kulturelle Globalisierung nehmen wir nicht mehr wahr. Coca Cola, McDonalds und Nike bestimmen die Stadtbilder in den meisten Regionen der Welt. Seit dem Zweiten Weltkrieg und dem Marshallplan wurde das amerikanische Wertesystem nach Europa exportiert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat das amerikanische System kein wirkliches Gegensystem mehr und verbreitet sich mit zunehmender Geschwindigkeit.
historische Hintergründe
Der Begriff "Globalisierung" trat zum ersten Mal 1961 in einem englischsprachigen Lexikon auf und war eigentlich eine Erfindung der amerikanischen Managementschulen. Sie meinten, dass nur Unternehmen, die sich rechtzeitig als "Global Players“ (globale Mitspieler) auf die internationale Konkurrenz einstellen, langfristig überleben könnten. Damit war der Begriff ökonomisch als Strategie um weltweite Wettbewerbsvorteile festgelegt.
Die Gründe für die Globalisierung liegen in der so genannten dritten industriellen, der mikroelektronischen Revolution. Transportwege wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend unwichtig und durch die wachsende Zahl und Leistungsfähigkeit der Computer werden auch internationale Geldtransaktionen, die in Sekundenbruchteilen abgewickelt werden, möglich. Produktionsplätze werden ausgelagert und die Macht der Nationalstaaten beginnt zu bröckeln. Internationale Konzerne lassen neue Bündnisse entstehen, die ständig auf der Suche, sind um Wege und Mittel zu finden, die Kosten niedrig zu halten und die Marktanteile hoch.
wichtige Prinzipien
Der Neoliberalismus wurde zur Ideologie der wirtschaftlichen Globalisierung. Die wichtigsten Thesen des Neoliberalismus sind folgende:
Der globale Freihandel mit allem und jedem ist das beste Mittel überall Wachstum undArbeitsplätze zu schaffen und so Wohlstand, Gleichheit, Freiheit und Demokratie durchzusetzen. Kein Staat soll diesen globalen Freihandel durch irgendwelche Gesetze und Maßnahmen einschränken, um bestimmte Bereiche seiner Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
„Das Wichtigste ist die Konkurrenz aller gegen alle. Nur durch allgemeine Konkurrenz wird sich die Leistungsfähigkeit einzelner Individuen, einzelner Firmen, einzelner Kommunen, einzelner Länder entfalten und wie durch eine unsichtbare Hand zum größten Reichtum aller beitragen.“ (Adam Smith – Der Wohlstand der Nationen)
Wenn die Kleinen mit den Großen konkurrieren, wird ein „ebenes Spielfeld für alle“ geschaffen. Oder um ein anderes Bild zu verwenden: Wenn das Wasser steigt, werden nicht nur die großen und reichen Jachten angehoben, sondern auch die kleinen Fischerboote.
Seit nunmehr zwanzig Jahren sind diese Theorien Bestandteil der Lehrbücher fast aller Finanzminister_innen. Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung bilden bei dieser Politik die Grundlagen.
Margaret Thatcher, die eiserne Lady, setzte diese Politik 1979 als erste Regierungschefin in Europa durch. Sie prägte den Slogan: „Es gibt keine Alternative – There is no alternative (TINA)“. Seitdem beherrscht dieses TINA- Syndrom die ganzen Welt. Thatcher, die auf den drei Säulen
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Freie Märkte: Abbau des staatlichen Eingriffs und Privatisierung staatlicher Unternehmen und Öffnung von staatlichen Bereichen
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Starker Staat: Staat schafft Voraussetzungen für neoliberalen Umbau und Abbau demokratischer Mitbestimmung; Staat zieht sich aus sozialer Verantwortung zurück; Aufrüstung und mehr Eingriffsmöglichkeiten für die Polizei
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Eiserne Zeiten: Steuern werden von der Wirtschaft auf die Bevölkerung umgewälzt; Kürzungen der Sozialausgaben; Zugangsbeschränkungen zur Bildung ihre Politik aufbaute, verhalf Großbritannien zu einer starken und freien Wirtschaft und schuf die Voraussetzung für Armut und soziale Ungleichheit. Sowohl Tony Blair, der sozialdemokratische Nachfolger Thatchers, als auch die sozialdemokratisch/grüne Regierung Schröders glaubten an TINA. Es gibt (angeblich) keine.
Alternative zum globalen Freihandel!
Eine weitere sehr treffende Globalisierungsdefinition liefert Percey N. Barnevik, einem ehemaligen Verwaltungspräsidenten der Asea Brown Bovery Gruppe, einer sehr mächtigen internationalen Konzerngruppe:
„Ich würde Globalisierung als die Freiheit für meine Gruppe von Unternehmen definieren, zu investieren, wo und wann sie will, zu produzieren was sie will, zu kaufen und zu verkaufen, wo sie will und die möglichst geringsten Restriktionen zu unterstützen , die aus Arbeitsgebern oder anderen sozialen Übereinkünften resultieren.“
Bilanz
Doch nach etwa zwanzig Jahren des globalen Freihandels stellt sich heraus, dass die uneingeschränkte Freiheit und der extrem gestiegene Reichtum der großen Konzerne mit einer zunehmenden Armut für den Großteil der Menschen verbunden ist. Die Kluft zwischen armen und reichen Ländern ist seit den 80er Jahren dramatisch gestiegen. In einem Jahresbericht der UNCTAD war zu lesen, dass „die Globalisierung in ihrer jetzigen Form verantwortlich ist für einen dramatischen Anstieg der Ungleichheit in der Welt.“ 1965 war das Durchschnittseinkommen in den G7-Ländern, den sieben reichsten Länder der Welt, 20-mal so hoch wie das Durchschnittseinkommen in den sieben ärmsten Ländern der Welt. 1995 war diese Differenz 35-mal größer. Aber auch innerhalb der G7-Länder wächst die Kluft zwischen Arm und Reich.
In den 30er Jahren wurde der Faschismus gerne als „Kapitalismus ohne Maske“ bezeichnet, das heißt als reiner Kapitalismus ohne demokratische Rechte und Organisationen. Für den Faschismus ist diese Definition zu einfach, aber auf den Neoliberalismus trifft sie zu. International agierende Wirtschaftsmächte gehen aggressiver und stärker vor als jemals zuvor und treffen dennoch auf äußerst wenig Widerstand. Der Neoliberalismus tritt nicht nur als wirtschaftliches System auf, sondern auch als kulturelles und politisches System. Hierbei wird der Unterschied zum Faschismus klar. Während der Faschismus rassistisch, nationalistisch und Demokratie verachtend ist, funktioniert der Neoliberalismus in einer formellen parlamentarischen Demokratie am besten. In seinem Buch „Kapitalismus und Freiheit“, behauptet Milton Friedman, ein Guru der Neoliberalen, dass Gewinnstreben zum Wesen der Demokratie gehöre, weshalb jede Regierung, die nicht vorbehaltlos auf Marktstrategien setzt antidemokratisch sei, auch wenn sie die Unterstützung der Bevölkerung besitzt.
Neoliberale Demokratie funktioniert so: Ein paar Parteien, die, ungeachtet formeller Unterschiede und Wahlkampfgeschrei, die gleiche prokapitlistische Wirtschaftspolitik betreiben, führen triviale
Diskussionen über Nebensachen. Das heißt im Wesentlichen, Demokratie ist zulässig, solange die Wirtschaft von demokratischen Entscheidungsprozessen verschont bleibt, das heißt solange die Demokratie keine ist. Zudem sind Konzerne ihrer Struktur nach totalitäre Organisationen, deren Operationsweisen mit Demokratie nichts zu tun haben.
Die Mythologie des freien Marktes besagt auch, dass Regierungen ineffiziente Organisationen seien, die das Laisser-faire Prinzip des Marktes nicht stören sollen. In Wirklichkeit jedoch sind Regierungen für das moderne kapitalistische System von zentraler Bedeutung. Sie verteilen Subventionen an die Konzerne und kämpfen an zahlreichen Fronten für ihre Interessen.
Die Globalisierung ist auch eine Globalisierung der Angst. Nicht nur Konzerne agieren international, auch Krankheiten wie AIDS, SARS und die Vogelgrippe werden international mit raschem Tempo verbreitet. Auch der internationale Terrorismus ist, wie der 11. September zeigt, auf der Überholspur. Durch die Atombombe bedrohen sich die Supermächte seit 50 Jahren und jede von ihnen ist in der Lage die Menschheit mit allem Leben mit einem Schlag zu vernichten.
Die Globalisierung hat jedoch nicht nur negative Auswirkungen. Die Globalisierung führt zu einem erhöhten Wirtschaftswachstum und erhöht die Warenvielfalt. Die technische Entwicklung wird beschleunigt und der Kulturaustausch bewirkt, dass sich Kulturen mischen und einander positiv beeinflussen. Auch hat die Globalisierung der westlichen Werte viele Fortschritte auf den Gebieten der Gleichberechtigung und der Menschenrechte gebracht.
Kurz gesagt bedeutet Globalisierung eine zunehmende kulturelle und ökonomische Verflechtung, die von einigen Nebenwirkungen begleitet wird.
PRESSEAUSSENDUNGEN
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