Freies Wissen

 

EINE KAMPAGNE FÜR MEHR FREIHEIT!
 
„Die Dinge, die du besitzt besitzen am Ende dich. Erst wenn du alles verloren hast, hast du die Freiheit alles zu tun, was du willst." (aus Fight Club)

Uns reichts, dass Konzerne maßgeblich darüber bestimmen, wie viel Freiheit uns zugestanden wird. Gleichzeitig wird uns vorgegaukelt, dass wir Kriminelle sind, wenn wir Tauschbörsen nutzen und dass es keine Alternative zu Microsoft Software gibt. Unter dem Slogan „Die Freiheit die sie meinen“ wollen wir einen Beitrag zur Freiheit des Wissens leisten.
 
Unter dem Deckmantel des Schutzes werden die Bestimmungen bezüglich der Verbreitung von Wissen, Musik und Software immer restriktiver. Die Copy-Right Politik wird maßgeblich von den Konzernen und der Industrie - nicht aber im Interesse der Konsument_innen oder Künstler_innen geprägt.

Geht es nach der vorherrschenden Logik so soll Wissen nur für einige Wenige zugänglich sein. Maßgeblich wird so die Innovation und der gesellschaftliche Fortschritt gehemmt.

Den Zugang zu Wissen zu öffnen ist das Ziel unserer Kampagne. In diesem Sinne: Get active, get free!

SCHULE IN FESSELN!

Microsoft und die Musik- und Filmindustrie erobern mithilfe der Politik die österreichischen Schulen. Die im September 2005 gestartete Initiative des BMBWK „Ideen sind etwas wert“ bringt die Propaganda der Musik- und Filmindustrie in die Klassen. Schon seit 2003 läuft für die Austattung der Schulen ein Vertrag mit Microsoft und dem Bundesministerium. Schon früh sollen die KundInnen merken, wo es lang geht.

Von objektiver Information für Schüler_innen kann bei dem Unterrichtspaket „Ideen sind etwas wert“ nicht die Rede sein. Vermittelt wird darin nur die Sichtweise der Musik- und Filmindustrie. Frei nach dem Motto: „Je mehr, desto besser“ wird darin anhand der Gefahren des File Sharings und Online-Tauschbörsen die Wichtigkeit von geistigem Eigentum und Copyright dargelegt. Christina Stürmer wird zitiert mit „Illegaler Download ist Diebstahl“. Dass sich zum Beispiel Robby Williams, Franz Ferdinand und Chuck D. Positiv gegenüber Tauschbörsen geäußert haben wird nicht erwähnt. Von Open Content Musik und Creative Commons - Lizenzen, die viele MusikerInnen verwenden, um ihre Musik frei verfügbar anzubieten – ist nicht einmal die Rede.

Unterricht in Microsoft

Immer wieder versuchen Konzerne, in den Schulen Fuß zu fassen. Ex-Ministerin Gehrer machte es ihnen ganz einfach. 2003 hat das Bildungsministerium einen Generalnutzungsvertrag mit Microsoft präsentiert. Die rund 50.000 PCs im Besitz der Bundesschulen mitsamt den dazugehörigen Servern und die Privat-PCs der Lehrer_innen werden mit der kompletten Microsoft Produktpalette (Windows, Office, ...) ausgestattet. Keineswegs selbstlos von Microsoft – der Konzern erhält dafür jährlich 2,5 Millionen Euro und jährlich Schulabsolvent_innen, die Microsoft kennen und benützen gelernt haben.

Vielfalt statt Einfalt!

 Auf den ersten Blick mag es sinnvoll erscheinen, dass Schüler_innen die gängigste Software verwenden, auf den zweiten Blick zeigen sich aber eine Menge Nachteile: Schüler_innen erlernen nicht den Umgang mit einer Technologie, sondern nur den mit einem Software-Produkt. Dieses beschert dem Unternehmen Microsoft jährlich einen Umsatz von rund 45.000 Milliarden Dollar. Wie es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Schleswig-Holstein, wo das Landesbildungsamt mit kmLinux eine für den Bildungsbereich adaptierte Linux-Distribution entwickelte. Die erste Auflage (5.000 CDs) war binnen wenigen Wochen vergriffen.

Für mehr Vielfalt in schulischen Software-Landschaften zu sorgen und möglichst vielen Lehrer_innen und Schüler_innen die Chancen Freier Software zu eröffnen wäre die eigentliche Aufgabe der Politik. Öffentliche Schulen haben einen Bildungsauftrag der Vielfalt vor Einfalt reihen sollte. Nicht kommerzieller Nutzen darf Maßstab für Unterrichtsinhalte sein, sondern Unabhängigkeit.

Links:

Freie Netze, Freies Wissen
www.creativecommons.at
www.machdichfrei.at