Schule & Bildung

 

Eine erste Frage muss mensch sich als erstes stellen, wenn er/sich mit dem Thema Bildung auseinander setzt. Nämlich „Was bedeutet Bildung? bzw. Was ist das Ziel von Bildung?“ Denn ein Bildungssystem wie unsere Schule, sollte ein zugrunde liegendes Konzept mit klaren Zielen aufweisen.

 

Grundsätzlicher Bildungsansatz

Als aks-Linz sehen wir Bildung als wichtigstes Element um gesellschaftlichen wie technischen Fortschritt zu ermöglichen, auszubauen und verantwortungsvoll damit umzugehen.

Es geht nicht nur darum in die Schule zu gehen und danach einen Beruf zu erlernen. Das Ausleben und Austesten von persönlichen Interessen sowie die weitere persönliche Entwicklung müssen genauso Ziele und Aufgaben der Schule sein. Aus diesem Grund ist Bildung eines der wichtigsten Güter unserer Gesellschaft. Die aktuelle Entwicklung gerade im Bildungsbereich massive Einsparungen zu tätigen (Stundenkürzungen, Studiengebühren, Kürzungen der Schulbudgets etc.) ist schadet somit der Entwicklung des gesamten Landes.

Wissen muss in der Schule objektiv vermittelt werden. Diese Objektivität kann jedoch nur gewährleistet sein, wenn Schulen finanziell unabhängig sind. Der schleichende Einzug der Privatwirtschaft in unser Bildungssystem (Sponsering, Finanzierung- und Betrieb von Schulen durch Firmen etc.) gefährdet somit eines der wichtigsten Schulziele: Objektive Wissensvermittlung. Doch die objektive Wissensvermittlung muss nicht nur gegen Interessen von Firmen verteidigt werden. Auch Religionen dürfen keinen Einfluß auf unser Schulsystem haben. Religionsunterricht, egal ob katholisch oder islamisch, soll für interessierte außerhalb des normalen Schulwesens organisiert werden.

 

Zusammengefasst die Ziele des Schulsystems:

Wissensvermittlung als Instrument für gesellschaftlichen wie technischen Fortschritt umfassende Bildung, nicht nur für die Berufswelt vorbereitet werden objektive Wissensvermittlung (frei von wirtschaftlichen wie religiösen Interessen).

 

Gleiches Recht auf Bildung für alle

Die ganzheitliche Bildung für alle ist noch lange keine Realität, noch immer hängen die Bildungschancen von Schüler_innen in Österreich von der sozialen Stellung der Eltern und vom Geschlecht ab. Soziale Selektion bedeutet Möglichkeit auf Bildung in Abhängigkeit von Herkunft der Kinder, Religion, sozialer Schicht, Geschlecht und vermeintlichen Behinderungen. Soziale Selektion fördert Bildungseliten und Ungleichheiten im Bildungssystem.

Auch die frühe Entscheidung zwischen AHS und Hauptschulen hängt in vielen Fällen von der finanziellen Situation der Eltern ab. Die frühzeitige Trennung des Bildungsweges in AHS, und HS stellt SchülerInnen vor eine Entscheidung, welche in vielen Fällen zu Frustration im Verlauf der Ausbildung führt. Darum setzt sich die AKS für die Gesamtschule ein, sie soll die individuelle Förderung und gleichzeitig den gemeinsamen Bildungsweg auf dem gleichen Niveau garantieren.

 

Gleichberechtigtes Bildungssystem

bla Seit der Einführung der generellen Schulpflicht durch Maria Theresia gibt es zwischen Frauen und Männer Bildung bis heute enorme Unterschiede. Mädchen werden unterschiedlich benotet, erhalten weniger Aufmerksamkeit der Lehrer_innen, werden von Schülern öfter unterbrochen, finden sich vorwiegend in Hauswirtschaftlichen Schulen und stellen einen wesentlich geringeren Anteil an Studienabgängerinnen als Männer.

 

Ganztätige Betreuung

In der immer leistungsbetonteren Arbeitswelt gibt es für viele Eltern nicht mehr die Möglichkeit ihre Kinder schon zu Mittag von der Schule abzuholen. Um den Kindern trotzdem eine adäquate Betreuung zu garantieren und sie nicht vor dem Fernseher versumpfen zu lassen fordert die AKS eine umfassende Schulreform und die Gestaltung einer Ganztagsschule. Diese soll den Schüler_innen den Lebensraum Schule angenehmer gestalten mit flexiblerer Einteilung des Unterrichts und Stundenzeiten.

 

Schule und MigrantInnen

Migrant_innen sind eine weitere Gruppe, die vom bisherigen Bildungssystem nicht beachtet und diskriminiert werden. MigrantInnen Kinder finden sich vorwiegend in Hauptschulen und haben kaum Zugang zu höherer Bildung. Integration ist meist zu einem großen Prozentsatz von der Sprache abhängig, darum sollten Kinder mit MigrantInnen Hintergrund ihre Erstsprache erlernen dürfen um dann auch Deutsch als zweit Sprache zu erlernen. Außerdem stellt die Trennung der Schüler_innen aus Österreich und der Migrant_innen in unterschiedliche Schule widerspricht jeder Integration.

Integration betrifft auch Kinder mit Behinderungen, darum muss jede Schule die Infrastrukturen für diese Kinder bereit stellen und Schüler_innen mit Behinderungen dürfen nicht in speziellen Klassen isoliert werden, sondern sollten mit gleichaltrigen SchülerInnen in den selben Klassen sitzen können.

 

Sitzenbleiben abschaffen

sdfDas AKS Schulmodell sieht kein Sitzenbleiben mehr vor, da durch diese Maßnahme die Schüler_innen aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und ein ganzes Jahr verlieren. Stattdessen sollen die Schüler_innen mit einem Nicht Genügend ins nächste Schuljahr aufsteigen und in dem negativ abgeschlossenen Fach wiederholen.

Die Benotung sollte Auskunft über die Fortschritte der Schüler_innen geben dafür sind die bisherigen Zahlen unzureichend. Die AKS möchte daher eine Beurteilung der Fortschritte mit Worten durchsetzten, um genauere Auskünfte geben zu können.

 

Demokratie und Mitbestimmung

Demokratie bedeutet vor allem Mitbestimmung auf allen Ebenen und Engagement zur Durchsetzung von Veränderungen. Im derzeitigen Schulsystem gibt es diese aber nur unzureichend. Die Stundenpläne werden ohne Berücksichtigung auf Neuerungen und ohne Beachtung der Bedürfnisse der SchülerInnen. Auch die Mitbestimmung der Schüler_innen während des Unterrichts ist bis heute kaum umgesetzt.

Wenn sich Schüler_innen schon bewerten lassen müssen, so sollte es auch für Lehrer_innen Pflicht sein sich einmal pro Semester einer schriftlichen oder mündlichen Evaluierung zu stellen. Dies kann nur förderlich für den Unterricht sein und dient zur Anhörung der Ideen und Verbesserungsvorschläge der SchülerInnen. Ein schriftliches Lerher_innenfeedback, sollte an jeder Schule verpflichtend durchgeführt werden müssen.

Schüler_innenvertretungen sind in den meisten Schulen bereits umgesetzt, doch liegt ihre Entscheidungsgewalt und das Potenzial für Durchsetzung von Projekten lässt sich noch wesentlich steigern. Der SchülerInnnen Gemeinschaftsausschuss in dem VertreterInnen von Schüler_innnen, LehrerInnen und Eltern sitzen entscheidet über alle Reformen und Vereinbarungen, welche die Schulgemeinschaft betreffen. Zusätzlich zum SGA sollte es für die Schüler_innen die Möglichkeit geben auf breiter Ebene demokratisch zu entscheiden. SchülerInnen stellen bei weitem den größten Anteil an Beteiligten in den Schulen und doch haben sie die gleiche Stimmenanzahl wie die Eltern und Lehrer_innen. Um alle SchülerInnen in die Entscheidungen einzubinden streben wir die Möglichkeit von Schulparlamenten an.

Mitbestimmung sollte auch gelernt werden und deshalb muss wie bereits festgelegt in jedem Fach ein Teil der Zeit zu politischer Bildung verwendet werden. Schüler_innen sollten dieses Angebot einfordern.

 

fg

Lehrer_innen sehen sich selbst und werden meist auch so wahrgenommen als wären sie Autoritäten, die das schulische Leben regieren. Um diese Rollenklischees abzubauen müssen LehrerInnen von autoritären Unterrichtsstil ablassen. Neue Unterrichtspädagogik, Methoden und Praktiken werden dabei helfen die starren und veralteten Strukturen aufzuheben und Schüler_innen mehr als Schützlinge und gleichwertige PartnerInnen zu sehen. Dazu dient des weiteren eine Reduzierung der Schüler_innenzahlen pro Klassen um die Förderung einzelner Schüler_innen forcieren zu können. Im Mittelpunkt der neuen Schule sollten die Schüler_innen als Menschen und nicht als auf Erfolg reduzierte Leitstungstiere stehen.