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16.05.2012

Heteronormativität raus aus der Schule!

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie heuer zum Thema Bildung

 

Der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie
(IDAHO) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai gefeiert. 1990 wurde genau
an diesem Tag Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) aus ihrem Diagnoseschlüssel entfernt. Das in Paris ansässige
IDAHO Committee gab für 2012 das Thema Bildung vor. Zur Erinnerung an
diesen Tag wird am Parteihaus der SPÖ Oberösterreich in der Linzer
Landstraße die Regenbogenfahne gehisst. Heute Mittwoch luden AKS
(Aktion Kritischer Schüler_innen), SJ (Sozialistische Jugend), SLÖ
(Sozialdemokratischer Lehrerverein) und die SoHo (Sozialdemokratie
und Homosexualität) Oberösterreich zur Medienaktion beim Linzer
Lentos, um auf die Missstände aufmerksam zu machen, mit denen
homosexuelle und transgender Schülerinnen und Schüler konfrontiert
sind. Schon in der Schule wird jungen Menschen Heterosexualität als
soziale Norm und einzig korrekte Liebesform eingetrichtert.
"Heteronormativität raus aus der Schule!", fordern daher die
VertreterInnen der genannten Organisationen. ****

"Gleichgeschlechtliche Liebe wird völlig ignoriert. Wenn im
Schulunterricht Homosexualität erwähnt wird, dann oftmals nur in
Nebensätzen und rein aus sexuell-biologischer Sicht. Dass sich zwei
Frauen oder zwei Männer lieben können, wird nicht thematisiert, ganz
zu schweigen Transgender oder Intersexuelle", kritisiert Sandra
Hochmayr, Frauensprecherin der AKS Oberösterreich, die aktuelle
Situation an Schulen.

Franz Turek, Landesvorsitzender des SLÖ Oberösterreich, sieht
ebenfalls Handlungsbedarf: "Für Lehrerinnen und Lehrer ist es oftmals
schwer, auf Mobbing lesbischer und schwuler Schülerinnen und Schüler
zu reagieren. Viele Jugendlichen vertrauen ihren Lehrerinnen und
Lehrern nicht an, warum sie gemobbt werden, etwa weil sie selbst noch
mit ihrer Sexualität klarkommen müssen. Und wenn es offen
angesprochen wird, ist die nötige Unterstützung - etwa durch
fachgerechtes Informationsmaterial - sowohl für Lehrerinnen und
Lehrer als auch für Schülerinnen und Schüler nicht immer gegeben."

"Gerade Jugendliche, die zu ihrer eigenen Sexualität finden, müssen
unterstützt werden, egal ob sie hetero-, homo- oder bisexuell lieben.
Auch Transgender oder Intersexuelle gehören vor Mobbing geschützt und
bei ihrem schwierigen Weg unterstützt", so Fiona Kaiser,
Landesvorsitzende der SJ Oberösterreich. "Dazu bedarf es nicht nur
vermehrt Information für alle Beteiligten sondern eines offenen
Umgangs mit diesen sensiblen Themen, ohne ins Lächerliche oder ins
rein Sexuell-Biologische abzuschweifen."

"Zahlreiche Studien belegen eine erhöhte Selbstmordgefahr bei
lesbischen und schwulen Jugendlichen, wie trauriger Weise auch
zahlreiche Fälle aus den USA öffentlichkeitswirksam aufgezeigt haben.
Homo- und Transphobie gehören im Kern bekämpft, dazu zählt auch der
Ausschluss eines Teils der Gesellschaft aus Schulbüchern und dem
Unterricht. Dem müssen wir mit aller Vehemenz entgegengewirken",
ergänzt Michael Leiblfinger, Landesvorsitzender der SoHo
Oberösterreich.

"Wir sind der Meinung, dass Homosexualität in der Schule Platz haben
muss. Deshalb fordern wir neben der generellen Thematisierung von
Homosexualität und Transgender in den Schulbüchern und im Unterricht
auch einen Sexualkundeunterricht, der von schulfremden, eigens
ausgebildeten SexualpädagogInnen durchgeführt wird und in dem
genügend Raum für die verschiedensten Formen von Sexualität und Liebe
ist", sind sich die VertreterInnen der Organisationen einig.