Nein zum Burschenbundball
Am 11.2.12 treffen sich wie jedes Jahr deutschnationale Korporierte und ihre konservativen Freund_innen im Linzer “Palais des Kaufmännischen Vereins”. Der sogenannte “Burschenbundball” stellt neben dem CV-Ball im Jänner eines der größten Events der Linzer Studentenverbindungen dar und wird, ähnlich wie der berüchtigte WKR-Ball von völkisch-rechtsextemen Korporierten organisiert.
Ewiggestrige Arminen am Burschenbundball
Maßgeblich beteiligt ist die schlagende Burschenschaft Arminia Czernowitz, die schon mehrfach mediale Aufreger provozierte: Nicht nur wegen der Mitgliedschaft des Linzer FP-Stadtrats Detlef Wimmer, sondern vor allem auch durch die Einladungen von Rechtsextremen zu Veranstaltungen, 2010 auch durch das Verwenden eines leicht veränderten NSDAP-Plakatsujets als Flugblattmotiv. Alter Herr ist unter ander anderem auch FP-Europapalamentarier Franz Obermayer er machte in den letzten Tagen in Strache-Manier auf sich aufmerksam, indem er im Hinblick auf die “NO-WKR”-Proteste von “Pogrom Stimmung” sprach – eine klare Relativierung des Nationalsozialismus.
Das Corps Alemannia
Auch das “Corps Alemannia Wien zu Linz” ist an der Organisation beteiligt: Das Corps, dem auch FP-Landesrat Manfred Haimbuchner angehört, versucht trotz seiner Geschichte gerne einen harmlosen Eindruck zu erwecken: Während des NS löste sich das Corps selbst auf und wurde zur NS-Kameradschaft “Horst-Wessel” – der SA Sturmführer war Mitglied der rechten Korporation. Auf ihrer Homepage findet sich davon aber nichts, dort lügt das Corps diese Geschichte zur Auflösung durch die NS-Behörden um und stellt damit wieder eine unsägliche Täter-Opfer-Umkehr an.
Untersützung von Landeshauptmann und JKU
Aber nicht nur Deutschnationale tanzen am Burschenbundball den Rechtswalzer: Auch Ludwig Scharinger, RLB-OÖ Generalsekretär und katholischer Korporierter und sein Freund LH Josef Pühringer (ÖVP), ebenfalls CVler nehmen traditioneller Weise am Burschenbundball teil. Ein Vizerektor der Johannes Kepler Universität, Friedrich Roithmayer, hält gar die Eröffnungsrede. Die Universität hat scheinbar generell kaum ein Problem mit den korporierten Männerbünden: Nicht nur CV-Veranstaltungen gehören zur Normalität, auch die Deutschnationalen haben kein Problem Räume auf der Uni zu bekommen: Eine Vortragsveranstaltung der Arminia fand kürzlich in den Repräsentationssälen der JKU statt. Jede Korporation darf auch ihre Inhalte auf einer eigenen Schautafel im Hauptgebäude präsentieren.
Burschenbundball: Rechte Normalität
Für diese rechte Normalität, die eine Brücke zwischen der extremen Rechten bis in konservative Kreise schlägt, kann der Burschenbundball als Symbol gelten. Eigenen Aussagen zufolge tanzen dort bis zu 800 Menschen in pompöser Atmosphäre des Palais, ein großer Teil davon Korporierte in Coleur und mit Degen ausgestattet, im Zentrum von Linz.
Wir wollen dem nicht länger zusehen.
Wir werden gemeinsam eingreifen und entschlossen für eine Welt eintreten, in der Verschiedensein ohne Angst möglich ist!
Treffpunkt: 18:00 Uhr Hauptplatz Linz
Anschließend: Straßenfest am Schillerpark
http://gegenburschenbundball.tk/
http://www.facebook.com/gegenburschenbundball?sk=info
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